Risiken, Nebenwirkungen, Manipulation und Missbrauch von Hypnose und NLP

Risiken, Nebenwirkungen, Manipulation und Missbrauch von  Hypnose und NLP

"Hypnose? Das ist doch Manipulation! Nein, ich will doch kein Huhn sein und willenlos, wild-gackernd im Kreis rumhüpfen und dabei meine intimsten Geheimnisse ausplaudern." Diese und andere Vorstellungen haben leider viele Menschen von und über "Hypnose". In diesem Sinne spreche ich im ersten Termin immer von einer "optimalen Erwartungsenttäuschung" - da es diese Phänomene zwar gibt diese jedoch nichts mit therapeutischer Fachhypnose, sondern mit klassischer Zirkusshow, zu tun haben.

Leider sind die Fälle von Manipulation, Missbrauch und auch im Bereich der Nebenwirkungen durchaus weitaus drastischer, als ein "ausgeplaudertes Geheimnis".

Doch was ist diese "Hypnose" eigentlich wirklich? Hier beginnt die Schwierigkeit bereits: Es werden verschiedene Zustände, Induktionsformen und Philosophien, fragmentarisch seit Jahrhunderten unter diesen einen Hut gezwängt, dass es schwierig bis unmöglich erscheint, dies klar zu benennen und dabei sämtlichen Vorgehensweisen und Phänomenen (verbal/ nonverbal, energetisch, geistig, körperlich, transpersonal, transgenerational, perinatal etc.) entsprechend Rechnung zu tragen. Natürlich werden von allerhand Verbänden, Instituten und Vereinen diverse Definitionen angeboten, doch eine einheitliche Klärung hat und kann es diesbezüglich bis dato auch gar nicht geben, da die wirkliche Funktion der unterschiedlichen Techniken, die unter dem Sammelbegriff "Hypnose" zusammengefasst werden, bis dato noch gar nicht ausreichend wissenschaftlich untersucht worden sind. Daher beschränkt man sich der Einfachheit halber auf Definition wie, "Hypnose ist ein hochfokussierter Wachbewusstseinszustand" oder "Hypnose ist das Umgehen des kritischen Faktors im Bewusstsein und die Etablierung eines gewünschten, selektiven Denkens". Andere beschränken die Hypnose auf den "Alpha-Theta-Modus" und beschreiben diesen als entspannten Bewusstseinszustand, in welchem das "Unbewusste" Suggestionen aufnehmen kann, die es so im vollen Wachbewusstsein eben nicht aufnehmen würde, wobei der Fokus dann auf der Entspannung liegt. Was sicherlich richtig ist, ist dass all die unterschiedlichen Aspekte in sich eine Richtigkeit besitzen, dass große Bild - im therapeutischen und phänomenologischen Sinne - jedoch oftmals vermissen lassen.

Dies hat wohl auch etwas mit dem dogmatischen Optimierungsgedanken des Positiv-Denken-Hypes und der Esoterik sowie dem stark reduktionistischen Machbarkeitsgedanken vieler NLPler und natürlich der therapeutisch mangelhaft ausgebildeten NLP- und Hypnosetrainer-Szene zu tun, wo sich nicht selten "Trainer" wiederfinden, die bis vor Kurzem in ganz anderen Bereichen, als dem therapeutischen, tätig waren und nach einer methodischen Kurzausbildung ohne umfassende Eigentherapie/ Supervision dann selber Ausbildungskurse anbieten, dabei jedoch übersehen, dass eine therapeutische Persönlichkeit sich nicht durch das gute Beherrschen einer (auswendig) gelernten und antrainierten Methode, sondern durch einen Selbstwerdungsprozess, mit hunderten an Stunden Gruppen-/ Einzeltherapie, Supervision und eben fachlicher Ausbildung herausbildet.

Die Folgen dieser narzisstischen Selbstüberhöhung sind für die Klienten teilweise verheerend - ich schrieb dazu bereits im Tattva-Viveka-Magazin zum Thema "Emotionaler therapeutischer Missbrauch" (Artikel-Link s. Downlad-Bereich: www.freiraum-institut.ch). Gleiches gilt m.E.n. für den Bereich der Straßen- und Showhypnose für den es mittlerweile im Übrigen auch üblich ist, in den Bereich des Coachings sowie der Beratung hinein zu drängen. Für gewöhnlich gibt sich derjenige hier als großer Manipulator und Beherrscher: Wer Abends Menschen für seine Show benutzt, wie soll er dann tagsüber eine ethische therapeutische Haltung verkörpern können? Dazu kommt, die Schädigung von Menschen im Bühnen- und Straßen-Setting, durch die Showmacher, aufgrund von mangelhafter-nicht-vorhandener Anamnese/ Katamnese sowie diverser anderer unbeachteter Schutzmaßnahmen. Wir haben in den letzten 10 Jahren unzählige Fälle in unseren Praxen erlebt, wo unsauber gearbeitet worden ist: entweder im Setting an sich (Show) oder vom technischen her (bspw. keine ausreichende Abklärung/ zu frühe Konfrontation/ kein Schutzraum verankert etc.) bis hin zu einer nicht vorhandenen therapeutischen Grundethik und Grundhaltung.
Ganz häufig ist es dann so, dass die Ursache für ein bestimmtes Erleben des Klienten, dann nicht im eigenen Vorgehen des Beraters/ Coaches etc. gesucht wird, sondern einfach auf den Klienten abgewälzt wird. Da diese "Fachpersonen" anscheinend, für gewöhnlich, selbst keine Supervision oder Eigentherapie für sich in Anspruch nehmen - oder meinen "nicht nehmen zu brauchen?", ist logisch, dass sich im Bereich der fachlichen Selbstreflexion dann leider vermutlich auch nicht viel zum Guten bewegen wird. Neben den Defiziten der Selbstreflexion und Grundausbildung gehört sicherlich, die bereits angedeutete "Methodengläubigkeit" dazu, welcher meist aus US-amerikanischen Kreisen nach Europa schwappt. Dazu fällt mir immer wieder Prof. Dr. Carl Rogers - ein Mitbegründer der Humanistischen Psychologie - ein: „Kein Ansatz, der sich auf Wissen, auf Training, auf die Annahme irgendeiner Lehre verlässt, kann auf Dauer von Nutzen sein. Haltung ist entscheidend nicht Worte.“ Doch die Haltung entwickelt sich eben, wie wir aus der Gestalttherapie wissen, in einem Prozess und vor allem im buberschen Sinne, im Kontakt. Was ich also damit sagen will ist, dass letztlich nicht die "Hypnose" - auch nicht der "NLP-Methodenkoffer" - das Problem an sich darstellt, genauso wenig wie ein Küchenmesser eine Tatwaffe sein muss, sondern es ist derjenige mit seiner ethisch-therapeutischen Grundhaltung, welche im Falle eines emotionalen Missbrauchs eben unausgebildet ist.

Heutzutage wird diesbezüglich von Positionierungs-Experten gerne vom "Experten-Status" gesprochen. Diesen erlangt man im therapeutischen Bereich nicht durch einen cleveren Slogan, eine fesche Homepage und eine Fixierung auf eine Methode oder einen "Werkzeugkoffer" - wie es in Trainerkreisen gerne genannt wird - sondern durch eine umfassende Schulung der therapeutischen Persönlichkeit, inkl. der Durchschreitung der eigenen Schattenthemen, plus die entsprechende Ausbildung. Der "Slogan", die Ausrichtung und die Page können sich dann anschließend im Rahmen der Praxistätigkeit ausgestalten und als Bonus "oben draufkommen", sollten aber sicherlich nicht die Grundlage sein. Genauso verstehe ich auch, in Deutschland, die amtlich Theorieüberprüfung des "Heilpraktikers für Psychotherapie" - er bildet die rechtliche Basis für das therapeutische Arbeiten in Deutschland, bietet aber eben keine Grundlage für die Ausbildung zum Therapeuten. Daher sollte hier eigentlich eine umfangreiche therapeutische Fachausbildung vorab oder im Anschluss verpflichtend sein. Leider existiert diesbezüglich überhaupt kein Standard in Deutschland.

Daher kann ich allen Menschen - vor allem auch allen "Heilpraktikern" -, die mit Hypnose arbeiten wollen oder sich in dem weiten Feld der Trancetherapie ausbilden lassen wollen nur raten, sich einen Therapeuten und Trainer mit entsprechend humanistischer/ therapeutischer Grundausbildung sowie Ausbildungskonzept zu suchen. Wer selbst noch keine mehrjährige, (humanistische) Therapieausbildung absolviert hat, und selbst therapeutisch arbeiten will (bspw. als Heilpraktiker für Psychotherapie oder nach dem Psychologie-Studium), für den ist es sicherlich ratsam, sich eine entsprechende Ausbildung bspw. nach dem Standard der "European Association of Psychotherapy" oder dem der "Eurotas - European Transpersonal Association" zu suchen, welche entweder die Trancetherapie integriert oder auf welche dann mit der Hypnose- und Trance-Arbeit anschließend aufgebaut wird. Mehr Infos: www.freiraum-institut.ch

Zur Person: Risiken, Nebenwirkungen, Manipulation und Missbrauch von  Hypnose und NLPMein Name ist Jörg Fuhrmann - ich bin mit Leib und Seele Autor, Trainer, Therapeut & Speaker. Seit 1994 arbeite ich mit Menschen in Gruppen - damals noch in pädagogischen Kreativ- und Kunstprojekten sowie später dann in theaterpädagogischen Projekten. Ab 2001 Studium an der Dortmunder Fachhochschule in Sozialwissenschaften und Theaterpädagogik. Parallel Mitarbeit am Krisenzentrum für Suizidprävention und Krisenintervention Dortmund. Während des Studiums bereits diverse Ausbildungen. 2005 Abschluss als Diplom Sozialpädagoge. Beginn der sechsjährigen Ausbildung zum Gestalttherapeuten (ECP). Umfassende humanistisch-transpersonale Trainings bei weltweiten Referenzen wie bspw. Prof. Stanislav Grof, Dr. Claudio Naranjo, Dr. Gunther Schmidt, Dr. Steven Gilligan, Prof. Luise Reddemann, Willigis Jäger und traditionellen Schamanen in Südamerika und Nepal.

Ab 2006 freie beraterische Tätigkeit und Tätigkeit als freier Coach, sowie Lehrbeauftragter an der Dortmunder Hochschule und Leiter einer kleinen Volkshochschule. Seit 2008 als Trainer für Hypnosetherapeuten tätig - seit 2012 Trainerschein des weltweit größten Hypnosedachverbandes "National Guild of Hypnotists (NGH)" bei Dr. Richard Harte in Los Angeles. Start der bundesweiten Tätigkeit der freiraum-Instituts (FRI). Hypnosekurse an Europas größtem spirituellen Zentrum für Zen & Kontemplation - dem Benediktushof bei Würzburg. Zahlreiche Fachartikel in unterschiedlichen Magazinen.

2013 Auswanderung in die Schweiz in den Kanton Schaffhausen unterhalb des Bodensee, nahe Radolfzell, Singen und Baden-Württemberg. Beginn der Promotionsarbeit zum Thema "Peak-Experiences, Krisen und Sinn". 50 Experteninterviews in 9 Ländern. Ab 2015 an der Konstanzer Hochschule als Lehrbeauftragter für Hypnose im Fachbereich "Psychologie" tätig. Planung der Zertifizierung durch Europas führenden transpersonalen Psychologie-Dachverband: EUROTAS.

Ich freue mich, Sie prozessorientiert und wertschätzend in meiner holistischen Praxis begleiten oder Sie am freiraum-Institut in der Villa Lieb in Stein am Rhein in Hypnose ausbilden zu können.
www.freiraum-institut.ch
 

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